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 Bergische Morgenpost 13.10.2004
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Wenn's im Beziehungsgefüge am Arbeitsplatz knirscht, wird Lioba Heinzler gerufen. Als Coach durchleuchtet sie die Abläufe und erarbeitet mit dem Team neue Wege zur Zufriedenheit und mehr Effizienz im Job.
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VON ISABEL KLAAS
REMSCHEID Lioba Heinzler sorgt
dafür, dass Menschen sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen. Denn das ist nicht die Regel- weiß sie,
besonders in harten Zeiten wie jetzt, in denen Umstrukturierung
Unsicherheit in die Betriebe bringt. "Meine Klienten sind häufig
unglücklich in ihrem Job", sagt die Persönlichkeits- und
Personaltrainerin, "zum Beispiel, wenn sie ihre Arbeit mit Herzblut tun, aber vom Chef ausgebremst werden. Oder wenn sie sich nicht richtig
verkaufen können und ihre Leistung nicht anerkannt wird."
Das sei oft bei Frauen der Fall. "Wenn sie in gemischten Teams
arbeiten, sich dort verkriechen und meinen, was sie leisten sei nicht
genug", sagt Lioba Heinzler. "Mein Job hat viel mit Mutmachen zu tun", erzählt die quirlige Frau mit der positiven Ausstrahlung. Sie ist genau richtig am Platz. Von Hause aus Religionspädagogin hat Lioba Heinzler vor ihrer Selbstständigkeit 15 Jahre lang in der
Gemeindeseelsorge gearbeitet und sowohl
Menschen in schwierigen Lebenssituationen
beigestanden als auch das Personal der Kirche begleitet. Seit vier Jahren hilft sie in eigener Regie Menschen im Job und
Wiedereinsteigerinnen. Dabei strömt sie
Zuversicht aus, ohne zu idealistisch zu sein. "Niemandem, der zurzeit in seinem Beruf unzufrieden ist, rate ich, sofort zu kündigen", sagt sie. "Aber fast immer hat man mehr Gestaltungsmöglichkeiten als man
"Das Schlimmste ist die innere Kündigung"
weiß, und die versuche ich mit
meinen Klienten zu erarbeiten." Einer Mutter, die nach drei Jahren
Kinderpause einen Job. sucht, rät sie, selbstbewusst zu agieren. "In den drei Jahren hat man nichts
verpasst, sondern sehr viel gelernt, nämlich Management", sagt sie. Das muss man zeigen. Wer zögerlich und zurückhaltend reagiert, hat verspielt. "Chefs wollen Lösungen für ihre Probleme. Wenn ich
einen Handwerker bestellte, weil ich einen Rohrbruch habe, will ich auch nicht hören, ,Ich muss mal versuchen, ob ich das in den Griff kriege'. Ich will hören: ,Das
repariere ich Ihnen jetzt'." Mit solchen
Beispielen hat Lioba Heinzler
manchen Klienten auf die Spur gesetzt. "Die wichtigsten Fragen, die wir klären, sind: Was will ich? Wer bin ich? Wo will ich den nächsten zehn Jahren hin? Wie mache ich die richtigen Schritte?" An Ideen
mangle es den meisten Menschen nicht, berichtet sie, wohl aber an der Fähigkeit, diese umzusetzen. Lioba
Heinzler ist die Feuerwehr, die kommt, wenn's im beruflichen
Beziehungsgefüge brenzlig wird, sich mancher Kollege schon in die
innere Kündigung verabschiedet hat. "Das ist für beide Seiten schlimm", sagt sie. "Arbeit muss Spaß
machen." Sie kennt die
unterschiedlichen Gründe für schlechtes
Betriebsklima: eine neue
Firmenleitung, Entlassungen, eine neues
Firmenkonzept, Kompetenzen, die nicht richtig verteilt sind, ungeklärte Zuständigkeiten, Tabu-Themen. "Wenn der Chef cholerisch ist, wird die Belegschaft damit beschäftigt sein, alle möglichen Dinge, die ihn aufregen können, zu verschweigen. Eine Katastrophe", so Lioba
Heinzler. "Wenn der Chef ein
Fehlersucher ist und sie jedem genüsslich unter die Nase reibt, werden die Mitarbeiter handlungsunfähig. Fehler müssen als Chance gegriffen werden, in Zukunft etwas besser zu machen", weist sie auf Führungsschwächen und ihre Folgen hin.
15 Sitzungen braucht die
Heinzler in der Regel, um das
Beziehungsgeflecht im Betrieb zu
erkennen und Alternativen aufzuzeigen. Die Umsetzung braucht dann ihre Zeit. "Dinge ändern sich nicht von heute auf morgen", weiß Heinzler, "denn nichts ist so mühsam wie das Alltagsgeschäft. "
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 ZUKUNFT IST KEIN ORT, ZU DEM MAN EINFACH NUR HINZUGEHEN
BRAUCHT, SONDERN ZUKUNFT WIRD VON UNS SELBST GESCHAFFEN.
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